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Diese Seite jagt mir Angst ein…
Jedes Mal, wenn mich das Bedürfnis überkommt hier zu schreiben, ist es meist bedingt durch unaufhaltsame, zerstörerische, unheilvolle Gedanken, die ich nicht zu kontrollieren vermag.
Es ist auch schon fast egal, ob das hier jemals irgendwer lesen wird oder nicht. Ich schreibe, lediglich in der Hoffnung, meine Gedanken hierdurch ordnen zu können.

¼ Jahrhundert bin ich nun alt. Meine Eltern haben 25 Jahre für mich gesorgt, waren um mich besorgt (sind sie vielleicht immer noch), haben mich unterstützt, mich beraten, mich aus jede Notlage herausgezogen, mich erzogen.

Mir fallen so viele stichpunktartige Begriffe ein, die ich runter tippen könnte, damit diese kleine Geschichte aus meinem Kopf interessanter wirkt. Das hier ist aber nicht die BILD. Ich werde versuchen zu erklären und die billigen Zeitungstitel ganz am Ende aufführen. Ich wünsche mir, ich könnte schöner schreiben. Ich hätte gern mehr Worte verwendet, mehr Adjektive. Die deutsche Sprache ist ein wunderbares Instrument. Sie lässt es zu Dinge exakt zu definieren und kann dennoch (wenn nötig) emotional bleiben. Persisch ist nur emotional. Sie beschreibt viel mehr als sie definieren könnte.

0,25 Jahrhundert. Bisher war ich immer stets bemüht. Das reicht nicht. Nicht in Deutschland, nicht im Iran, nicht zuhause; jede Mühe ist eine Verschwendete, jede Handlung wird ja sowieso irgendwann bestraft – egal wie gut sie ist, jedes Gedankenfetzen demütigt letztendlich.
Ich wünsche mir ich wäre sehr religiös, oder wenigstens etwas. Ich denke viel über den Tod nach. Ich habe angst. Nein, ich bin nicht krank. Ich werde auch nicht sterben. Ich bin kerngesund, voller Ziele, die erreicht werden wollen, schaffe immer mehr Klimmzüge, springe immer weiter und höher, schaue mehr als optimistisch in die finanzielle Zukunft und erziele ständig Erfolge. Erfolg. Ich kann einfach nicht mehr. Ich bin müde. Noch nichts erreicht und schon müde. Ich habe angst. Ich möchte sterben. Aha! BLD-Titelschrift !

Ich werde erklären:
Seit mehreren Monaten schon denke ich viel über den Tod nach. Darüber, wie das wohl abläuft. Wird es kalt sein oder warm? Werde ich danach in irgendeiner Form weiterexistieren? Wird es weh tun? Gibt es einen Gott? Jedesmal wenn ich über diese Dinge nachdenke gerät mein Kopf in Panik. Mein Herz rast, mir kommen fast die Tränen. Aber ich will es wissen. Ich habe festgestellt, dass wir eigentlich nur existieren um zu sterben; ich weiß so was klingt cool, wenn es irgendeine Berühmtheit ausspricht, alle anderen Idioten, die solche Texte schreiben haben so große Minderwertigkeitskomplexe, dass sie dieses coolness in irgendeiner Form teilen möchten. Wie auch immer, ich kann einfach nicht mehr warten. Bei genauerer Betrachtung kommen mir diese ~ 80 Jahre, die einen gesunden Menschen bevorstehen ziemlich lächerlich vor. Wir werden eh nie den Sinn des Seins begreifen, wir werden niemals ein Verständnis für das Unendliche entwickeln, wir werden niemals mehrdimensional denken können. Wir sind gefangen. Ich bin gefangen in Form eines unterentwickelten Säugetiers auf einen Planeten, den ICH sowieso niemals verlassen werde. Wozu also das alles? Was ist das Ziel? Ich werde reich sein, ein wunderschönes Penthouse haben, einen Aston Martin fahren – aus. Danach kommt nichts mehr. Ich finde das alles ist Grund genug für einen Menschen sich das Leben zu nehmen.
27.1.09 14:20
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


flo / Website (27.1.09 14:37)
na hoer´ mal...
man lebt nicht nur, um zu sterben.
genausowenig, wie man nur lebt, um finanziell reich zu werden.

angenommen, die evolutionstheorie stimmt.
dann stammt alles leben hier auf unserem planeten erde von einer einzigen, zufaellig entstandenen, lebenden zelle ab.
und jetzt behaupte bloss, dass sich diese lebensform nicht weiterentwickelt haette.
wenn man den homo erectus mit diesem ersten leben vergleicht, dann hat sich doch einiges getan.

einzelne leben sind wichtig fuer das gesamte, wie ich finde. selbst dein koerper ist doch ein konglomerat von verschiedenen milliarden lebewesen [und die wenigsten davon waeren imstande, alleine mehrere tage zu ueberleben].

gehe einmal davon aus, dass sich die lebensformen auf der erde sich auch in zukunft weiter entwickeln werden, vorausgesetzt, jeder ist bemueht, alles besser werden zu lassen [und jetzt frag´ mich bitte nicht, wie sich 'besser' definiert].

wo das alles hinfuehren wird, weiss ich nicht.
vielleicht moechte sich das universum ja selbst entdecken [wie jostein gaarder einmal meinte, wenn ich nicht taeusche].

aber: menschliche ziele sind oft sehr seltsam, vielleicht sogar engstirnig. mag sein. wir sind halt auch nur egozentrische lebewesen [meine person mit eingeschlossen]...


BoD (4.2.09 15:45)
du magst recht haben. vielleicht entwickelt sich ja alles weiter, und alles entwickelt sich irgendwie für sich und doch für das ganze.
wenn ich mir meinen text nochmal durchlese fällt mir auf wie oft ich das wort "ICH" verwende. ergo: es ist indiesem fall vollkommen egal ob sich ein ganzes weiterentwickelt oder nicht, denn mir persönlich bringt das gar nichts. für mich ist dieses ganze keine bereicherung. es ist ein zeitlich relatives existieren bis der tod eintritt.


flo / Website (4.2.09 22:54)
naja. wenn du dir das geschreibe anderer leute ansiehst, wirst du feststellen, dass sie genauso oft das wort 'ich' verwenden.

jeder lebt in seiner eigenen welt, hauptsaechlich, irgendwie.
und dabei ist man doch nur ein klitzekleiner bestandteil der gesamten welt. aber das macht nichts.

und: naja. ich glaube, dass man im schnitt nach dem tod noch weiterlebt. nicht als geist-koerper-person, unbedingt und schon gar nicht im biologischem sinne. aber in der welt.
ich vermute, dass es eine alte sehnsucht des menschen ist, ein stueck von sich in die welt zu tragen. ein stueck, das bleibt. moeglichst lange.

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